Montag, Dezember 18

Verkehrsminister Dobrindt: „Betonkopf des Jahres“

Bild: Karin Neumann (l.) und Malin Binding von den BELTRETTERN präsentieren die Betonbüste des Verkehrsministers. (c) Beltretter

Fehmarn/Ostholstein Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ist „Betonkopf des Jahres“. Die BELTRETTER (beltretter.de), eine Bewegung aus Kommunen, Organisationen, Unternehmen und Parteien gegen den gigantischen und Milliarden Euro teuren Fehmarnbelttunnel, haben dem CSU-Politiker jetzt diesen zweifelhaften „Ehrentitel“ verliehen. Eine fast 2 Meter hohe Betonbüste des Verkehrsministers ist auf der Insel Fehmarn präsentiert worden – mit Blick auf das Ostseegebiet, das zu einer der größten Baustellen Europas werden würde. Karin Neumann, Sprecherin der BELTRETTER: „Trotz aller Zweifel, Gefahren, explodierenden Kosten und befürchteten Schäden an der Umwelt und an einer der wichtigsten Ferienregionen Deutschlands hält Dobrindt an dem waghalsigen Tunnelprojekt fest. Er verweist auf einen verstaubten und lange überholten Staatsvertrag mit Dänemark. So viel Sturheit und Starrsinn gehören in besonderer Weise gewürdigt.“

Für den Fehmarnbelttunnel soll der Ostseeboden auf einer Länge von 18 Kilometern tief und breit ausgebaggert werden. Im Boden gebundene Schwermetalle, Quecksilber und Pestizide würden dann aufgewirbelt und die Ostsee würde sich auf Jahre weithin eintrüben – mit drastischen Konsequenzen für das fragile Ökosystem, für Artenvielfalt und für die ohnehin bedrohten Fischbestände. Zudem würde die zum Belttunnel führende, sich noch in Planung befindende Güterbahntrasse die Urlaubsorte der Lübecker Bucht beeinträchtigen und die Ferienregion nicht nur gefährden, sondern ihr die Existenzgrundlage rauben. Dabei bestehen erhebliche Zweifel daran, dass der Fehmarnbelttunnel – er wäre der längste Absenktunnel der Welt – jemals wirtschaftlich betrieben werden kann. Die zugrundeliegenden Verkehrsprognosen sind immer wieder selbst von Experten infrage gestellt worden. Malin Binding, ebenfalls BELTRETTERin: „Der Staatsvertrag enthält eine Kündigungsklausel. Deutschland kann ihn kündigen, wenn sich die Rahmenbedingungen eklatant verändert haben. Das ist mehrfach geschehen. Die Kosten sind explodiert. Die Verkehrsprognosen haben sich immer wieder verändert. Dobrindt und die gesamte Bundesregierung müssen jetzt endlich betonhart Kante zeigen und aus dem Projekt aussteigen.“

Die freischaffende Künstlerin Rosa Treß hat die Dobrindt-Büste gestaltet. Treß wurde in Bad Oldesloe geboren und ist sonst eher als Holzbildhauerin tätig. Rosa Treß: „Ich liebe die Ostsee und Fehmarn. Beide sind in dramatischer Gefahr. Deshalb ist es mir eine Herzensangelegenheit, einen Beitrag dazu zu leisten, ganz Deutschland auf die hier drohende Katastrophe aufmerksam zu machen.“ Der Beton-Dobrindt ist jetzt in Presen auf Fehmarn zu sehen. Irgendwann soll er auf Wanderschaft gehen und auch in anderen Regionen Deutschlands präsentiert werden, die von zweifelhaften Großprojekten bedroht werden.

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