Dienstag, Oktober 17

SICHERES GRILLEN: FRAGEN UND ANTWORTEN

Foto: LoboStudioHamburg/ pixabay

HamburgBei den rund 80 bis 100 Millionen Grillfeuern, die in der Bundesrepublik zwischen April und Oktober entfacht werden, passieren Jahr für Jahr zwischen 3.000 bis 4.000 Grillunfälle, 400 bis 500 von ihnen enden mit schwersten Verbrennungen. Hier sind einige Tipps, um das schöne Sommerwetter und die Zeit am Grill unbeschadet zu genießen:

Woran erkennt man einen sicheren Grill?

Ein sicherheitsgeprüftes Grillgerät ist an der am Gerät angebrachten Nummer DIN 66077 zu erkennen. Damit bescheinigt die DIN CERTCO, Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH, Berlin, dem Gerät unter anderem, dass es kippsicher steht und frei von scharfen Kanten ist. Zudem wird der Griff des Grillspießes bei diesen Geräten nicht zu heiß.

Welche Kohle ist empfehlenswert?                                                  

Gute Holzkohle trägt das Prüf- und Überwachungszeichen DIN 51749. Es gewährleistet beim Kauf, dass es sich bei diesem Produkt um hochwertige Ware handelt. Ob die Entscheidung für Holzkohlekissen, -briketts oder -blocks fällt, bleibt jedem Grillfreund selbst überlassen.

Wie sehen sichere Grillanzünder aus?

Im Fachhandel gibt es feste und flüssige Anzündhilfen, deren Güte leicht am entsprechenden Sicherheitszeichen (Prüf- und Überwachungszeichen DIN 66358) und einer Registriernummer zu erkennen ist. Diese gut zündenden Anzünder verpuffen und explodieren nicht und hinterlassen keine Geschmacksspuren.

 Sollte Benzin oder Spiritus verwendet werden?

Brennbare Flüssigkeiten wie Brennspiritus oder Benzin sind beim Anzünden tabu! Wenn diese Brennstoffe verdunsten, entsteht ein hochexplosives, brennbares Dampf-Luft-Gemisch in Form einer Glocke mit bis zu drei Metern Durchmesser. Beim Anzünden der Grillkohle kommt es dann zu einer Verpuffung, die wiederum die Ursache für schwere Verbrennungen ist. Wird in die Glut oder das Feuer nachgegossen, kann durch den Flammenrückschlag der Brennstoffbehälter aus der Hand gerissen werden. Das Flammeninferno kann verheerend sein!

Sind gelartige Grillanzünder gefährlich?

Selbst gelartige Grillanzünder auf Alkoholbasis sind nicht immer ungefährlich: Bei hochsommerlichen Temperaturen heizt Holzkohle sich bis zu 80 Grad Celsius auf, auf der heißen Kohle verflüssigt sich die Grillpaste und so entsteht ein explosives Gemisch, das sich entzünden und schwerste Brandverletzungen verursachen kann.

Wo ist der beste Platz für einen Grill? Wie schützt man sich vor spritzendem Fett?                              

Zum sicheren Grillen gehört bereits das Aufstellen des Grills. Er sollte fest, also auf allen drei oder vier Beinen, auf einem nicht entflammbaren Untergrund stehen, am besten auf einem ebenen Stück Rasen, auf Steinplatten oder Pflastersteinen.

Fast ist es überflüssig zu sagen, dass Grillen ein reines Freiluftvergnügen ist und bleiben sollte. Selbst bei schlechtem Wetter gehört ein Grill nicht unter den Sonnenschirm. Auch Haus und Wohnung sind nicht die geeigneten Stätten für zünftige Grillfeuer.

Wie schützt man sich vor spritzendem Fett

Fettspritzer sind schmerzhaft. Vor Verbrennungen durch spritzendes Fett – und selbst kleine Verbrennungen sind schmerzhaft und lästig – schützen Grillschürzen, Handschuhe und ein gutes Grillbesteck, die es, meist mit fröhlichen Motiven verziert, in sehr großer Auswahl im Fachhandel gibt.

Wie sieht es mit der Entsorgung aus?                                                                                     

Ist das Feuer erst einmal sicher entfacht, ist es mit den Gefahren noch nicht vorbei. Verweht ein Stück Holzkohle, sollte es möglichst gut im Auge behalten werden, damit es nicht zu einem Brand kommt. Wer glaubt, an einer anderen Stelle des Gartens besseren Wind zu haben, sollte auf keinen Fall den heißen Grill tragen.

Nur mit kaltem Grill kann man den Standort gefahrlos wechseln. Die Restglut sollte mit Sand gelöscht und nicht in den Abfalleimer geleert werden. Kohle nie auf dem Rasen oder auf den Acker ausglühen lassen, denn immer wieder ziehen sich Kinder schwerste Verbrennungen zu, weil sie in die Glut gegriffen haben oder in noch glühende Holzkohlenreste getreten sind, die zum Auskühlen auf den Rasen geschüttet wurden. Deshalb sollten Kinder auch immer vom Grillfeuer ferngehalten werden, am besten mit einer Barriere.

 

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