Freitag, November 17

GLÜCK IM UNGLÜCK

Bild: (c) Facebookseite DFB Frauen

Rotterdam – Die Bundestrainerin war optimistisch, dass ihr Team nach holpriger EM-Gruppenphase im Viertelfinale überzeugen würde. Man hätte es Steffi Jones gegönnt. Nach Abpfiff aber blieben nur Tränen der Enttäuschung. Die Däninnen feierten ihren verdienten 2:1-Erfolg über den Top-Favoriten des Turniers. Die Deutschen weinten über ein Ausscheiden, das für eigene Ansprüche viel zu früh kam. Nach sechs EM-Titeln in Folge formulierte Jones selbst stets das einzig akzeptable Ziel: Titelgewinn. Stattdessen folgte auf Kreativlosigkeit und katastrophale Chancenauswertung das Debakel. Es waren Fehler auf dem Platz, die die fehlende Erfahrung der Trainernovizin offenbarten. Jones hat dem Frauenfußball – nach der Ära der unterkühlten Vorgängerin Silvia Neid – ein sympathisches Gesicht verliehen. Doch sportlich ist sie gescheitert. Im Männer-Fußball wäre klar: Der Trainer muss gehen. Frauenfußball aber ist anders. Es gibt kaum öffentlichen Druck, kaum Aufmerksamkeit abseits großer Turniere. Das ist Jones‘ Glück. Der Rückhalt von DFB und Mannschaft genügt. Und den genießt sie – noch.

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